Druckverfahren

Welche Druckverfahren für Abi-Aufkleber gibt es?

Für den Druck von Aufklebern stehen unterschiedliche Druckverfahren zur Verfügung. Jedes Druckverfahren bietet Vor- und Nachteile, die ihr unbedingt beachten solltet, damit eure Abi-Aufkleber auch euren Erwartungen und Vorstellungen entsprechen.

Die folgende Infografik zeigt die am meisten eingesetzten Druckverfahren für den Aufkleberdruck mit Überblick über die drucktechnischen Eigenschaften:

Infografik Aufkleberdruck

Infografik Aufkleber drucken | Quelle: www.label-bar.de

Der Digitaldruck: Die erste Wahl für Abi-Aufkleber

Für Abi-Aufkleber im Digitaldruck wird die Druckdatei direkt von einem Computer an eine Druckmaschine übertragen. Ein Zwischenträger, wie eine statische Druckform bzw. eine feste Druckvorlage, werden nicht benötigt.

Für die Aufkleberproduktion ist der Digitaldruck eine äußerst beliebte Produktionsmethode. In der Werbetechnik arbeiten Digitaldrucksysteme überwiegend mit der Tintenstrahltechnik.

Die große Flexibilität und die schnelle Produktion ohne Vorkosten zählen zu den größten Vorteilen des Digitaldrucks. Ob rund, eckig, oval oder in individueller Freiform – Der Konturschnitt kann in fast jeder geometrischen Form erfolgen.

Mit dem digitalen Druckverfahren lassen sich sowohl personalisierte Abi-Aufkleber, als auch Kleinserien produzieren, da keine Siebe oder Filme erstellt werden müssen. Doch auch größere Stückzahlen sind im Digitaldruck möglich.

Hierfür steht eine große Auswahl an bedruckbaren Selbstklebefolien (SK-Folien) mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung. Prinzipiell sind die meisten Selbstklebefolien mehrere Jahre UV- und wetterbeständig und sowohl im Innen-, als auch im Außenbereich verwendbar.

Die Haltbarkeit im Außenbereich (z.B. auf dem Auto) beträgt je nach Verklebeort ca. 3 bis 4 Jahre. Im Innenbereich sind die produzierten Aufkleber nahezu unbegrenzt haltbar.

Für Standardanwendungen werden PVC-Digitaldruckfolien in veschiedenen Farben und Eigenschaften eingesetzt. Zur Auswahl stehen transparente und weiße Selbstklebefolie in glänzend und matt, deren Haltbarkeit im Außenbereich je nach Einsatzort und Beanspruchung ca. 4 Jahre beträgt.

Darüber hinaus können für den Innen- und Außenbereich auch PVC-Metallicfolien & Chromfolien mit verschiedenen Eigenschaften und Oberflächenfarben gewählt werden. PVC-Metallicfolien gibt es in silber und gold in glänzend und matt, Metall-PVC-Verbundfolien in (gebürstetem und ungebürstetem) chrom, silber und gold. Die PVC-Metallicfolien & Chromfolien sind im Außenbereich je nach Einsatzort ca. 5 Jahre haltbar.

Eine hohe Haltbarkeit und Manipulationssicherheit verspricht Sicherheitsfolie. Der Druck erfolgt in weiß glänzend und matt und hat im Außenbereich je nach Einsatzort über eine Haltbarkeit von ca. 5 Jahren. Sicherheitsaufkleber sind mit einer Spezialfolie versehen, die sehr guter Ein- und Weiterreißfestigkeit verfügt. Zudem sind sie extrem permanent haftend.

Für Abi-Aufkleber sind Sicherheitsaufkleber jedoch nicht geeignet, da sie je nach Folientyp beim Ablösen zerbricht oder ein Muster auf dem Verklebeuntergrund (in dem Fall z.B. eurem Auto) hinterlässt. Einmal abgelöst kann man kann Sicherheitsaufkleber somit nicht wieder aufkleben.

Für spezielle Anwendungen, z.B. auf rauen und strukturierten Untergründen, werden weitere Folien angeboten. Für Hinterglasaufkleber bzw. Scheibenaufkleber, die von innen an die Scheiben geklebt und von außen sichtbar sind, kann der Druck bei Bedarf auch auf transparenter Polyesterfolie erfolgen

Die Aufkleber können durch den Einsatz modernster Druckmaschinen mit integrierter Hybridtechnik ohne zusätzlichen Arbeitsschritt (und damit ohne Zusatzkosten) in einem Arbeitsgang gedruckt werden. Die produzierten Aufkleber werden standardmäßig auf ca. DIN A4 große Bögen runtergeschnitten und anschließend – ohne Stanzkosten – in nahezu jede geometrische Form kontur- bzw. formgeschnitten.

Der Digitaldruck ist sehr flexibel und bietet euch vielen Möglichkeiten, eure Abi-Aufkleber mit unterschiedlichen Eigenschaften zu produzieren. Einzige Nachteile sind, dass ein Druck mit Vollton und Sonderfarben nicht möglich ist und der Digitaldruck bei extrem hohen Stückzahlen oft unwirtschaftlich wird. Eine extrem hohe Auflage ist bei Abi-Aufklebern jedoch i.d.R. nicht der Fall.

Je nach Anforderung an die Aufkleber kommen heute hauptsächlich der Lösemitteldigitaldruck auf Eco Solvent-Basis und der UV-Digitaldruck zum Einsatz. Der Druck von Sicherheitsaufklebern erfolgt immer im UV-Digitaldruck.

Was ist der Unterschied zwischen Lösemitteldruck und UV-Digitaldruck?

Der Lösemittel- und UV-Digitaldruck wird standardmäßig für kleinere und mittlere Auflagen eingesetzt, wie es bei Abi-Aufklebern meistens der Fall ist. In beiden Digitaldruckvarianten erfolgt der Druck fotorealistisch in hoher Auflösung im 4-Farbdruck bzw. im 4-Farbdruck + weiß + Spotlack.

Der Digitaldruck mit Tinten auf Lösemittelbasis
 (Eco-Solvent) ist bei der Herstellung von Aufklebern eines der am häufigsten eingesetzten Druckverfahren. Produziert werden können hochwertige fotorealistische Druckbilder bis 1440 dpi Auflösung.

Die Abkürzung „4 c“ steht für die Mischung der 4 Grundfarben cyan, magenta, yellow und black – Perfekt für Text, Logos, Bilder und Fotos. Nachteil: Aufkleber im digitalen Lösemitteldigitaldruck sind nicht beständig gegen organische Reiniger und Flüssigkeiten.

Im Vergleich zum Lösemitteldigitaldruck 
 ist der Digitaldruck mit UV-härtenden Tinten im Aufkleberdruck noch ein relativ neues Druckverfahren. Unterschied: Beim Digitaldruck mit Lösemittel basierenden Tinten wird die Tinte durch Wärme getrocknet. Im UV-Digitaldruck hingegen wird die Tinte direkt nach dem Farbauftrag durch UV-Strahlung getrocknet.

Zusätzlich können Sonderfarben, wie weiß und Effektlack eingesetzt werden, mit denen sich viele verschiedene fotorealistische und effektvolle Aufklebervarianten produzieren lassen. Die Aufkleber im UV-Digitaldruck auf Selbstklebefolie sind kratzbeständig und resistent gegen organische Flüssigkeiten, Reiniger, Laugen und Öl. Zu den häufigsten Einsatzgebiete zählen Effektaufkleber, Hinterglasaufkleber und Sicherheitsaufkleber.

Hierfür stehen nicht nur viele unterschiedlichen Druckfolien mit verschiedenen Eigenschaften zur Verfügung. Die Abi-Aufkleber können in theoretisch jeder Größe und Form kostengünstig für den Innenbereich und Außenbereich produziert und je nach Maschinenbestückung sogar mit weiß, Metallicfarben oder Spotlacken gedruckt werden.

Der Siebdruck

Der Siebdruck ist ein sehr bewährtes Druckverfahren, auch wenn er in den vergangen Jahren durch die neuen Möglichkeiten im Digitaldruck etwas an Boden verloren hat.

Beim Siebdruckverfahren wird die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedruckt. Die Druckform besteht aus einem Rahmen, der mit einem Gewebe bespannt ist und auf das eine Schablone aufgebracht wird. Die Schablone verhindert an denjenigen Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, den Farbauftrag.

Zur Produktion von Abi-Aufklebern mit dem Siebdruckverfahren ist Vorarbeit nötig. Die Druckform muss zunächst hergestellt und dann in einer Druckmaschine über dem zu bedruckenden Material befestigt werden. Dann wird die Druckfarbe auf das Gewebe aufgetragen und mit dem Gummirakel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff “gerakelt” bzw. gestrichen.

Dabei wird die Farbe durch die Maschen des Gewebes gedrückt und auf die zu bedruckende Oberfläche (z.B. Selbstklebefolie) aufgetragen. Pro Farbe ist ein Druckdurchlauf erforderlich. Nach dem Siebdruck wird das bedruckte Material der Maschine entnommen und zum Trocknen ausgelegt.

Ein Vorteil des Siebdrucks ist, dass durch verschiedene Gewebefeinheiten der Farbauftrag variiert werden kann. So können hohe Farbschichtdicken und eine entsprechend hohe Beständigkeit erreicht werden.

Bei der Aufkleberproduktion ist der Siebdruck ein sehr hochwertiges und weit verbreitetes Druckverfahren und insbesondere für mittlere/große Auflagen oder Spezialanforderungen geeignet.

Weitere Vorteile des Siebdrucks liegen in der großen Auswahl an Druckfarben und Druckmaterialien. So lassen sich im Siebdruck z.B. Abi-Aufkleber mit Volltonfarben, Metallic- und Effektfarben, wie Leuchtfarben, Neonfarben, Glitterlack etc. bedrucken.

Die 
Materialauswahl beim Siebdruck ist extrem hoch. Es können fast alle am Merkt befindlichen Selbstklebefolien bedruckt. Auch hinsichtlich Größe und Form der Aufkleber ist im Siebdruck nahezu alles möglich. Lediglich personalisierte Drucke sind schwierig realisierbar.

Beim Siebdruckverfahren werden die Aufkleber später je nach Form und Auflage geschnitten, geplottet oder mit speziellen Stanzformen gestanzt. Rechteckige Aufkleber werden geschnitten, während bei komplexeren Formen und kleineren Auflagen das Plotten immer mehr üblich ist. Bei Schneideplottern handelt es sich um Maschinen, die mit einem feinen Skalpell eine Linie entlangfahren und dabei das Material (z.B. eine Folie) schneiden.

Bei hohen Auflagen wird hingegen eine individuelle Stanzform benötigt, mit denen die Form aus dem Material ausgestanzt wird. Das Stanzen verursacht im Vergleich zum Plotten einen erheblichen Mehraufwand und ist mit verhältnismäßig hohen Kosten verbunden. Doch auch das kostengünstigere Plotten verursacht im Gegensatz zum Digitaldruck Mehraufwand- und Kosten, da Siebdrucker keinen eingebauten Plotter („Inline-Plott“) enthalten.

Siebdruckaufkleber können je nach eingesetzter Druckfarbe sowohl im Innenbereich, als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Sie sind sehr strapazierfähig und über viele Jahre UV- und wetterbeständig. Je nach verwendeter Druckfarbe und Folienqualität beträgt die Haltbarkeit von Siebdruckaufklebern im Außenbereich ca. 3 bis 7 Jahre.

Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber Aufklebern, die im Offsetdruck gefertigt werden. Diese können trotz Wasserfestigkeit bereits nach 3 bis 6 Monaten (je nach UV-Einwirkung) ausgeblichen sein.

Siebdruckaufkleber eignen sich dank ihrer hohen Beständigkeit besonders gut als Auto­-Aufkleber oder Outdoor­Aufkleber. Durch die dickere Farbschicht und eine höhere Anzahl an Farbpigmenten bleiben Siebdruck­farben länger lichtbeständig und haben eine höhere Leuchtkraft.

Der Druck von Abi-Aufklebern im Siebdruck lohnt sich meist erst bei größeren Auflagen oder ganz speziellen Anforderungen. Allerdings kann sich die Produktion je nach Farbe und gewünschter Wetterbeständigkeit auch schon für kleine und mittlere Auflagen lohnen.

Offsetdruck

Wie der Siebdruck ist auch der Offsetdruck ein sehr altes und bewährtes Druckverfahren.

Dabei handelt es sich um ein sog. „Indirektes Druckverfahren“. Dabei wird nicht direkt von der Druckplatte auf Papier gedruckt, stattdessen wird die Farbe erst über ein weiteres Medium, den Gummituchzylinder, übertragen.

Der Offsetdruck arbeitet nach dem Flachdruckprinzip, bei dem sich druckende und nichtdruckende Elemente auf gleicher Ebene der Druckplatte befinden. Druckende Elemente nehmen die fettige Druckfarbe an, während nichtdruckende oder „bildfreie“ Elemente mithilfe eines Feuchtmittels keine Farbe annehmen.

Die Aufkleberproduktion im Standard-Offsetdruck wird häufig im Sammeldruck ausgeführt. Der Druck erfolgt – wie im Digitaldruck – im fotorealistischen 4c-Raster aus den vier Grundfarben cyan, magenta, yellow und black. Allerdings sind im Offsetdruck keine Sonderfarben oder Effektfarben möglich.

Auch die Auswahl an Größen und Formen ist beim Offsetdruck eingeschränkt. Meist handelt es sich um festgelegte Größen in verschiedenen Formaten. Geschnitten werden lediglich die rechteckigen Formen, rund oder ovale Formen werden gestanzt. In den meisten Druckereien hält man für die gewöhnlichen Formate entsprechend angepasste Stanzformen in gängigen Größen vor.

Aufgrund des begrenzten Repertoires an vorgefertigten Stanzformen kann es vorkommen, dass das Abi-Aufkleberformat entweder an eine Stanzform angepasst wird oder eine individuelle Stanzform angefertigt werden muss. Letzteres ist mit einem größeren Zeitaufwand und höheren Kosten verbunden.

Eine individuelle Stanzform würde sich nur dann anbieten, wenn man den Aufkleber mehrere Male im gleichen Format und in höheren Auflagen nachdrucken lassen möchte. Bei Abi-Aufklebern handelt es sich jedoch meist um eine einmalige Druck-Angelegenheit.

Ein K.O.-Kriterium könnte jedoch die UV- und Wetterbeständigkeit im Offsetdruck sein. Die Farben im Offsetdruck sind nicht besonderes UV-beständig. Die Haltbarkeit im Außenbereich beträgt bei hochwertigen Farben und Materialien nur ca. 6 Monte, bei preiswerten fällt sie noch kürzer aus. Daher werden Aufkleber im Offsetdruck eher für den Einsatz im Innenbereich angewendet.

Durch die Produktion im Standard Sammeldruck ist im Offsetdruck auch die Auswahl an Druckmaterialien eingeschränkt. Meist stehen nur Standard-Materialien, wie SK-Papier und SK-Folie in weiß bzw. transparent, zur Verfügung.

Das Offset-Druckverfahren ist vor allem im Bücher-, Zeitungs-, Werbungs- und Verpackungsdruck weit verbreitet. Selbst größere Auflagen lassen sich so preiswert produzieren. Generell können durch den Einsatz moderner Produktionsmethode und der Verwendung von UV-Offsetfarben auch Folienaufkleber kostengünstig im Offsetdruck hergestellt werden.

Allerdings ist für UV-beständige Abi-Aufkleber der EcoSolvent Digitaldruck, der UV Digitaldruck oder der Siebdruck besser geeignet. Diese Druckverfahren gewährleisten eine Haltbarkeit von vielen Jahren, was bei Offsetdruck nicht der Fall ist.

Folienplott für Abi-Aufkleber auf dem Auto

Die Produktion von Auto-Aufklebern erfolgt je nach Motiv und Anforderung i.d.R. entweder im Digitaldruck oder Folienplott bzw. Folienschnitt.

Während der Aufkleberdruck im Digitaldruck vierfarbig mit der Option des Weißdrucks erfolgt, werden Fahrzeugaufkleber im Folienschnitt (z.B. Domainaufkleber) aus reinen Farbfolien geschnitten. Dabei werden der Text, das Logo und eventuelle Ornamente von einem Schneideplotter auf durchgefärbte Folie „geplottet“.

Vor dem Aufkleben werden die einzelnen Elemente und Buchstaben dann „entgittert“. Übrig bleibt ein Folienüberschuss, der per Hand entfernt wird. Nach dem Entgittern wird der Folienplott auf Montage-/Transferfolie gebracht, wodurch man ihn später leicht (z.B. auf die Heckscheibe) anbringen kann kann.

Um ein problemloses Auftragen zu ermöglichen, sollten Schriftzug und Motive mindestens 1 bis 2 Zentimeter hoch sein, was bei Abi-Aufklebern i.d.R. der Fall ist. Für mittlere bis große Motive in kleiner bis mittlerer Auflage ist der Folienplott am besten geeignet.

Die Komplexität des Motives spielt kaum eine Rolle. Da die Freiräume ohnehin manuell entgittert werden, entsteht bei der Produktion kein Mehraufwand.

Dr. Abi Tipp: Erkundigt euch bei eurer Druckerei vor Ort oder bei Online-Druckereien, welche Drucktechnik für eure Abi-Aufkleber die richtige ist! Nennt eure Anforderungen und Wünsche und vergleicht die Angebote der Druckereien!